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Weggeworfenes einfach liegen lassen, das kann
er nicht. Ob Müll, ob Kunststoffe, Papier, Altöl oder
Schlachtabfälle; alles wird innerhalb der Rethmann-Gruppe einer
Wiederverwertung zugeführt. Und natürlich zu Geld gemacht. Der
Vortrag von Norbert Rethmann, Firmengründer und
Ehrenaufsichtsratsvorsitzender der weltweit tätigen
Rethmann-Gruppe am Mittwochabend in der Kaiserpfalz in Goslar
zeigt: Der riesige Erfolg dieses Unternehmens (zehn Milliarden
Umsatz in 2010) gründet zunächst auf der Achtlosigkeit unserer
Wegwerfgesellschaft.
Dann aber auf dem Ideenreichtum des heute
72-jährigen Firmengründers, der die drei Unternehmen der
Rethmann-Gruppe (Remondis, Rhenus und SARIA) längst an seine
Kinder übergeben hat. Er erzählt mit der angenehmen
Bescheidenheit, die erfolgreiche Persönlichkeiten auszeichnet,
wie alles anfing und wohin es wohl noch lange führen wird. Weil
dem Mann und seinen heute 42.000 Mitarbeitern in über 30 Ländern
die Ideen nicht ausgehen.
Begonnen hat er 1963 als Student in den
Semesterferien, als Müllkutscher auf dem Lkw des Vaters. Den
Abfall einfach von A nach B zu bringen, das kann es allein nicht
sein, fand er. Er erinnert sich lächelnd: "Ich begann Fragen zu
stellen, heute nennt man das Marketing".
Und ihm wurde klar, dass man mit Müll ein
Riesen-Geschäft machen kann. Und nicht nur als Dienstleister für
dessen Entsorgung. Schon bald reiften die Ideen der
Wiederverwertung. Heute beherrscht sein Unternehmen Remondis
alle Finessen der Kreislaufwirtschaft und ist nicht mehr nur
Dienstleister, sondern dank ausgeklügelter Recycling-Technik auf
Rohstoffproduzent und -lieferant.
Der Restmüll landet heute in Heizkraftwerden,
mit denen Remondis wiederum als Energieerzeuger Geld verdient.
Die zuvor getrennten Sorten des Mülls lassen sich gewinnbringend
wiederverwenden. Ob Papier, Altöle, Kunststoffe oder organische
Abfälle, alles findet sich im Rethmann'schen Kreislauf wieder.
Zweites Standbein und Liebling des
Firmengründers ist SARIA, Unternehmenn zur Verwertung von
Schlachtabfällen und Tierkadavern. Rethmann erzählt, was man
alles Tierkadavern gewinnen kann: So Substanzen für Medikamente,
wertvolle Eiweiße, und anderes: Alles ein hochkomplexer
Biokreislauf, der viel Geld abwirft. Drittes Unternehmen ist der
Logistiker Rhenus (lat. Rhein), wobei der Firmenname anzeigt,
worauf man bei Rethmann setzt: auf Schiffe. Die seien wesentlich
zuverlässiger und effizienter als die Bahn.
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