von Kira Schlegel

Erfolgreich durch die Ausbildung trotz Corona

Die Corona-Pandemie hat unser Leben stark verändert. Das gilt für den gesamten Arbeitsmarkt und speziell auch für Ausbildungen. Wie kann ich Auszubildende, die erst am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen und ihre Ausbildung noch nicht beendet haben, unterstützen? Wie finden Auszubildende einen konstruktiven Umgang mit der Situation während der Ausbildung? Wir möchten Ihnen dazu ein paar Ideen vorstellen.

Mit Corona einher geht die Sorge vor der beruflichen Zukunft. Ist der Ausbildungsplatz sicher? Gibt es weiterhin die Möglichkeit einer Übernahme?
Als Arbeitgebervertreter wissen wir, wie wichtig unseren Mitgliedsunternehmen die Bindung ihrer Mitarbeitenden und Auszubildenden ist. Für Sie trägt die Sicherung einer zukunftsfähigen Belegschaft einen hohen Stellenwert. Dies darf und sollte den Auszubildenden gegenüber betont werden.

Trotzdem birgt die Situation eine Ungewissheit. Es gibt eine neue Normalität, die mit Kontaktbeschränkungen, Sicherheitsmaßnahmen und veränderten Bedingungen einhergeht. Keiner von uns hat diese Situation schon einmal durchlebt, was den Ausblick in die Zukunft schwierig gestaltet. Daher ist es wichtig, den Auszubildenden Unterstützung in dieser besonderen Situation zu ermöglichen.

Selbstmanagement & Motivation in Zeiten von Corona

Arbeiten Ihre Auszubildenden an Ihrem Arbeitsplatz vor Ort, so kann es sein, dass die Situation in Zeiten von Corona anders ist als zuvor.

  1. Vielleicht hat Ihr Unternehmen eine andere Auftragslage als zuvor und die Auszubildenden müssen mehr arbeiten oder bekommen nicht ausreichend Arbeit. Dies kann zu Über- oder Unterforderung führen. Daher ist es hilfreich, die Kommunikation mit den Auszubildenden in dieser Situation proaktiv zu verstärken. Dies kann zum Beispiel durch den Ausbilder oder die Ausbilderin erfolgen, aber auch durch Führungskräfte oder Kolleg*innen in dem Bereich, in dem die Auszubildenden gerade tätig sind. Auch Sie als Personalverantwortliche oder Geschäftsleitung können in den direkten Kontakt mit den Auszubildenden treten. Zusätzlich bieten aktuell einige Institutionen wie die IHK im Rahmen der Corona-Krise Projekte an, in denen Unternehmen, die eine hohe Auftragslage haben, Auszubildende anderer Unternehmen mit einer niedrigen Auftragslage zeitweise beschäftigen. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.

  2. Ermöglichen Sie Ihren Auszubildenden gegenüber insbesondere in dieser Zeit eine „offene Tür“. Bieten Sie Ihnen beispielsweise in einem Gespräch oder einer E-Mail die Möglichkeit an, bei Sorgen oder Wünschen auf Sie zuzukommen. Dies fördert die Wertschätzung der Auszubildenden und gleichzeitig das Unternehmensklima.

  3. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen ist der soziale Kontakt oft eingeschränkt. Trotzdem profitieren wir alle von sozialen Aktivitäten, auch mit physischer Distanz. Sie können Ihren Auszubildenden beispielsweise einmal die Woche einen Team-Lunch mit genügend Abstand vorschlagen, der in der Sommerzeit sogar draußen stattfinden kann. Auch hierbei wird das Betriebsklima gefördert.

Vielleicht mussten Ihre Auszubildenden in dieser Zeit Ihre Arbeit ins Home-Office verlegen. Weil die Arbeit von zuhause aus anders ist als die Arbeit im Büro, kann es helfen, sich neu zu strukturieren. Folgende Tipps können Sie Ihren Auszubildenden und anderen Mitarbeiter*innen im Home-Office mitgeben:

  1. Legen Sie, wie im Büro, Ihre Arbeitszeit fest. Planen Sie eine Mittagspause ein, und versuchen Sie, nach Feierabend nicht mehr an Ihren Computer zu gehen. Sind Ihre Arbeitszeiten bereits festgelegt, so achten Sie auch dann auf eine feste Mittagspause und Erholungszeiten nach dem Feierabend.

  2. Die Arbeit im Home-Office birgt die Gefahr vieler Ablenkungen. Wer regelmäßig in seiner Arbeit gestört wird, kommt nicht so richtig voran. Versuchen Sie daher, Ihren Fokus auf die Arbeit zu richten und setzen Sie lieber mehrere kleine Pausen fest, in denen Sie andere Dinge erledigen können. Nach der sogenannten „Pomodoro-Methode“ arbeiten Sie beispielsweise immer 25 Minuten konzentriert, bevor Sie eine 5-Minuten-Pause machen. Dies fördert Ihre Konzentration.

  3. Achten Sie vor allem im Home-Office darauf, im regelmäßigen Kontakt mit anderen Auszubildenden, Kolleg*innen und Ihrem Ausbilder oder Ihrer Ausbilderin zu sein. Soziale Kontakte sind enorm wichtig, besonders wenn Sie allein von zuhause aus arbeiten.

Abschlussprüfungen

Falls Ihre Auszubildenden in diesem Jahr Ihre Abschlussprüfung ablegen, so wurde diese vermutlich verschoben und findet in wenigen Wochen statt. Die Situation, in der sich die Auszubildenden gerade befinden, ist dabei natürlich besonders. Es kann gut sein, dass sie sich viel Ihres Wissens allein zuhause aneignen mussten und Vorbereitungskurse oder ähnliches für eine lange Zeit nicht stattgefunden haben. Vielleicht mussten Sie sogar eine Veränderung zu einer Teilzeit-Ausbildung vornehmen. Folgende Möglichkeiten können zur Unterstützung in Betracht gezogen werden:

  1. In einigen Fällen kann es helfen, die Ausbildungszeit zu verlängern. Wenn das für eine/n Ihrer Auszubildenden hilfreich ist, dann suchen Sie, sofern möglich, das direkte Gespräch und bieten diese Möglichkeit an.

  2. Gleichzeitig gibt es online einige Lernplattformen, die Ihre Auszubildenden bei der Vorbereitung auf Ihre Abschlussprüfung unterstützen. Diese können Sie Ihren Auszubildenden vorstellen oder vielleicht sogar nachhaltig in Ihr Unternehmen implementieren, da sie auch außerhalb von Corona-Zeiten eine individuelle Möglichkeit bieten, sich gezielt auf die Abschlussprüfung vorzubereiten.

In diesem Jahr stehen wir alle vor besonderen Herausforderungen. Trotzdem glauben wir fest daran, dass Ihre Auszubildenden Ihr Ziel erreichen und Ihre Ausbildung erfolgreich abschließen.

 

Bild: Engin Akyurt auf Pixabay

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