von Anja Mertelsmann

Corona-App verfügbar – Informationen für Sie zusammengefasst

Die deutsche Corona-Warn-App steht zum Download bereit, wie Sie sicher der Presse schon entnommen haben.  Das Programm soll dabei helfen einer erneuten Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland entgegenzuwirken. Mithilfe des Programms könnte das Coronavirus in Deutschland weiter eingedämmt werden, da sich mithilfe der Corona-Warn-App im Notfall Kontaktketten zurückverfolgen lassen.

Die Corona-Warn-App ist eine Applikation für iOS- und Android-Smartphones, die Nutzern zur Verfügung gestellt wird. Bei der Tracing-App (nicht zu verwechseln mit einer Tracking-App) geht es nicht um die Verfolgung des Standortes einzelner Nutzer, sondern um die Verfolgung von Begegnungen. Mithilfe einer Tracing-App sollen Kontaktketten von Corona-Infizierten nachverfolgt werden. Das Ziel: Menschen, die in Kontakt mit positiv getesteten Personen waren, sollen von der Corona-App gewarnt werden. Sie könnten sich möglicherweise bei der infizierten Person angesteckt haben.

Kein Nutzer wird in Deutschland gezwungen die Corona-App auf seinem Smartphone zu installieren. Die Installation der Software obliegt der freiwilligen Entscheidung. Allerdings gilt: Je mehr Menschen die App auf dem Endgerät installiert haben, desto mehr Menschen können von dem zusätzlichen Schutz im Ernstfall profitieren und desto genauer und um-fassender wird auch die Nachverfolgung von Begegnungen.

Die Corona-App versucht Kontaktketten nachzuverfolgen und erfasst, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Dazu tauschen die Geräte via Bluetooth zufällig erzeugte Krypto-Schlüssel aus. Jedes Gerät generiert hierfür nach dem Zufallsprinzip alle paar Minuten eine neue ID, die für maximal 14 Tage lokal auf dem Gerät gespeichert werden. Erkennen sich zwei Geräte, auf denen die Tracing-App installiert ist, ähnelt dies einem „digitalen Handschlag“. Dieser relevante Kontakt wird dann für 14 Tage gespeichert. Dabei werden neben den IDs auch Zeitpunkt und Dauer des Kontakts und die Signalstärke aufgezeichnet. Auf Basis der Signalstärke wird dabei die Entfernung geschätzt.

Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet, kann er das Testergebnis in der App teilen, damit Nutzer, die sich in seiner Nähe aufgehalten hatten, informiert werden. Infizierte werden ausdrücklich gefragt, ob sie das Ergebnis zur Kontakt-Nachverfolgung teilen wollen.

Alternativ zu der digitalen Übertragung steht eine Validierung über ein Call-Center der Telekom zur Verfügung.

 

Wie funktioniert die Technologie?: Tracing per Bluetooth-Technologie nach dem dezentralen Ansatz soll unter den möglichen Alternativen die datenschutzfreundlichste sein. Diesen Ansatz verfolgt die Corona-App der Bundesregierung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat TÜV-IT damit beauftragt, die Corona-Warn-App auf Sicherheitslücken und Schwächen im Datenschutz zu prüfen.

Auf IT-Security, Datenschutz und Persönlichkeitsrechte wird bereits in der Entwicklung der Corona-Warn-App höchstes Augenmerk gelegt. So werden keine Bewegungsprofile getrackt, stattdessen setzt Deutschland auf einen dezentralen Ansatz mit Tracing per Bluetooth-Technologie. Dabei wird der Abstand zwischen zwei Smartphones gemessen. Sinkt der für gewisse Zeit unter einen kritischen Wert, tauschen beide Geräte einen verschlüsselten Code aus.

Erst im Nachgang erfährt ein Nutzer völlig anonym über einen Abgleich ausschließlich auf dem Smartphone, dass er unmittelbaren Kontakt zu einer infizierten Person hatte.

Zudem gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. Das beginnt schon beim Download der App. Ob Betroffene ihre eigene Infektion melden, entscheiden sie selbst. Wird die App gelöscht, gilt das auch für die Daten. Personenbezogene Informationen werden hingegen gar nicht erst erhoben.

Die anonymisierten Daten der Kontakte werden dezentral auf dem jeweiligen Smartphone gespeichert. Der Abgleich, ob man einer infizierten Person begegnet ist, geschieht lokal auf dem Mobiltelefon. Nur die anonymisierte Liste wird zentral gespeichert und von den Smartphones regelmäßig abgerufen, um mögliche problematische Begegnungen zu identifizieren.

Experten gehen davon aus, dass eine digitale Lösung ein wichtiges Instrument bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie sein kann und längst überfällig ist. Manche Experten gehen davon aus, dass die App nur helfen kann, wenn möglichst viele sie auch nutzen. Nach Aussage der Bundesregierung sei aber jeder, der die App nutze, eine Hilfe, um Kontaktketten nachzuverfolgen. Ob die App am Ende den Nutzen bringt, den sich Epidemiologen davon versprechen, wird sich vermutlich erst in einigen Monaten zeigen.

 

 Bild: iXimus auf Pixabay

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