von Kira Schlegel

New Work als Chance in Zeiten von Corona

Mit der Corona-Pandemie geht ein steigender Trend zu New Work einher. Nicht nur durch mobile Arbeit, sondern auch durch projektbasierte Organisationsformen zeigen Maßnahmen von New Work neue Möglichkeiten im Zuge der veränderten Bedingungen durch die Corona-Pandemie auf.
Was in den achtziger Jahren als sozialphilosophisches Konzept in Abgrenzung zu eigentlicher Erwerbsarbeit entstand, stellt heute den Versuch dar, Faktoren wie Flexibilisierung und Sinnstiftung in die Erwerbsarbeit zu implementieren. Mitarbeiter*innen erleben im Idealfall ihre Arbeit als etwas Positives, identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen, und weisen dadurch eine höhere Motivation auf. Unternehmen profitieren von höherer Produktivität, weniger Fluktuation und damit mehr Gewinn. Doch was bedeutet New Work eigentlich genau?

Unterschieden werden New Work Ansätze in vier verschiedene Charakteristika, die nicht klar voneinander abzugrenzen sind: Örtliche und zeitliche Flexibilisierung von Arbeit, agile und projektbasierte Organisationsformen, Wertebasierung von und Sinnstiftung durch Arbeit sowie veränderte Führungsstrukturen und neue Machtverteilung durch Enthierarchisierung, partizipative Entscheidungsmechanismen und Formen der Selbstorganisation. Bestehende Strukturen werden in Frage gestellt und durch neue Formen von Arbeit ersetzt. Die Mitbestimmung der Beschäftigten soll gefördert und der Sinn der individuellen Tätigkeit vergrößert werden.

Jedoch zeigt sich beispielsweise die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -platz wesentlich leichter zu realisieren als veränderte Machtgefüge. Eine individuelle Anpassung von Arbeitszeitmodellen ist mit weniger struktureller Veränderung verbunden als ein grundlegender Wandel von Hierarchiemodellen. Für Unternehmen gilt es zu schauen, welche Anpassungen kurzfristig oder langfristig realisierbar sind. Je älter und größer ein Unternehmen ist, umso heterogener ist die Zusammensetzung des Personals, und umso schwerer fällt es naturgemäß, Veränderungen zu erzielen. Gleichzeitig sind Maßnahmen dann am wirksamsten, wenn die Führungskräfte konsequent und überzeugt dahinterstehen und sie den Beschäftigten transparent vermitteln. New Work bedeutet, die Veränderungsfähigkeit in einem Unternehmen zu fördern. Während die bestehende Struktur sich nach und nach zurückzieht, wird eine attraktive Vision vom neuen ‚Soll-Zustand‘ kontinuierlich vermittelt. Ausgangs- und Zielsituationen werden ständig neu definiert.

Auf den ersten Blick klingt das nach einer aufwendigen Herausforderung, die es jedoch wert ist, um das Unternehmen nachhaltig wettbewerbsfähig zu halten. Besonders die Corona-Krise hat gezeigt, welche Chancen neue Wege bieten. Die Devise hierbei lautet: in kleinen Schritten auf große Visionen zugehen.

 

Quellen:

Dr. Hofmann, Josephine (2020). New Work – Praktische Relevanz des Konzepts in Deutschland. PERSONALquarterly, 02(72), 22 – 26.

Prof. Dr. Schermuly, Carsten C. (2020). Wann funktioniert New Work? Eine praktische und psychologische Theorie zu New Work. PERSONALquarterly, 02(72), 10 – 15.

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