von Kira Schlegel

Mobiles Arbeiten in der Zukunft

Durch die Corona-Pandemie ist das Thema Home Office in den Vordergrund getreten. Eine Vielzahl der Unternehmen hat kurzfristig agiert und die Mitarbeitenden, bei denen es möglich war, von zuhause aus arbeiten lassen. Durch die Dringlichkeit in der Corona-Pandemie konnten schnell praktische Lösungen gefunden werden. Gleichzeitig bietet sich nun die Möglichkeit, diese Flexibilität auch langfristig zu implementieren und dabei auf Unternehmens- und Mitarbeitendenseite zu profitieren. Dazu möchten wir heute noch einmal auf die Unterschiede zwischen Home Office und Mobiler Arbeit eingehen und erörtern, welche Herausforderungen und Chancen diese Möglichkeiten in der Zukunft bieten.

Home Office, Telearbeit und Mobiles Arbeiten werden im allgemeinen Verständnis oft gleichgesetzt. Jedoch gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen diesen drei Arbeitsformen: während Home Office und Telearbeit klar gesetzlich beschrieben sind, liegt für Mobiles Arbeiten keine eindeutige gesetzliche Definition vor.

Für Home Office sowie Telearbeit fordert der Gesetzgeber, dass neben oder anstelle des betrieblichen Arbeitsplatzes ein fester Arbeitsplatz eingerichtet ist, der die gleichen gesetzlichen Anforderungen erfüllt wie der betriebliche Arbeitsplatz. Im Falle der Telearbeit muss sogar ein mithilfe des Arbeitgebers fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz vorhanden sein (Arb-StättV, § 2 Abs. 7). Im Falle der Mobilen Arbeit hingegen müssen Arbeitnehmer*innen nicht zwingend von zu Hause aus arbeiten, sondern lediglich ihre Erreichbarkeit sicherstellen.

Die Idee der Mobilen Arbeit geht mit der Flexibilisierung von Arbeit einher und entspricht dem technologischen Fortschritt und der damit zunehmenden Nutzung von mobilen Endgeräten. Das bedeutet, dass Mobile Arbeit auch auf Dienstreisen genutzt werden kann.

Für die besondere Situation in der Corona-Krise, aber auch in gewöhnlicheren Zeiten bieten Home Office- und Mobile Arbeit-Optionen eine erhöhte Flexibilität den Arbeitnehmer*innen gegenüber, die nicht nur im Fall der Kinderbetreuung von dieser Möglichkeit profitieren. Gleichzeitig zeigen Erfahrungswerte, dass Mitarbeitende fokussierter und produktiver in bestimmten, insbesondere kreativen Tätigkeiten arbeiten können, wenn sie ungestört sind. Ebenso haben Studien darauf hingewiesen, dass mit einer Home Office-Option Zeiten der Arbeitsunfähigkeit zurückgehen und das Engagement von Mitarbeiter*innen steigen kann.

Gleichzeitig sollten Unternehmen die Datensicherheit sicherstellen, wenn sich Arbeitnehmer*innen mit ihren mobilen Endgeräten in fremde Netzwerke einwählen. Auch Regelungen bezüglich Arbeitszeit und Arbeitsorganisation sollten getroffen und festgehalten werden. Arbeitnehmer*innen müssen dazu bereit sein, selbst die Verantwortung für strukturierte Arbeit zu übernehmen. Die Bedürfnisse und Werte der Arbeitnehmer*innen sollten mit der Freiheit und Eigenverantwortung der Mobilen Arbeit harmonieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Home Office und Mobile Arbeit in dieser Zeit einen immer größeren Stellenwert bekommen. Um sich an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen, werden flexiblere Arbeitsformen immer essenzieller. Trotzdem sollten sich Unternehmen darüber bewusst sein, dass aus rechtlicher Sicht bezüglich Sicherheit, Arbeitszeiterfassung und Arbeitsorganisation ein Orientierungsrahmen geschaffen werden muss, damit diese Aspekte sichergestellt sind. So stellen sich Unternehmen langfristig als attraktive und zukunftsfähige Arbeitgeber auf.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat in diesem Monat außerdem ein Positionspapier veröffentlicht, in dem Argumente, wie Home Office und Mobiles Arbeiten auf freiwilliger Basis weiter gefördert werden können, zusammengefasst werden. Dieses steht unseren Mitgliedsunternehmen im LogIn-Bereich auf unserer Homepage zur Verfügung.

 

 

Quelle: Altun, Dr. U. & Hartmann, V. (2020). Mobile Arbeit. In: Personal und Recht, 2(20), S. 41.

 

 

 

Bild: Free-Photos auf Pixabay

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