Die Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Frühjahrsprognosen für die Jahre 2026 und 2027 aktualisiert.
Die Wirtschaftsforschungsinstitute, die Bundesregierung und die Bundesbank prognostizieren für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2026 im Median ein Wachstum von 0,8 %. Die Verbraucherpreisinflation für 2026 wird im Median auf 2,4 % geschätzt. Das Wachstum der Arbeitsproduktivität im Jahr 2026 soll über alle Wirtschaftsbereiche hinweg weiterhin im Median bei 0,4 % liegen. Die deutsche Wirtschaft sieht sich mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert. Die noch ungewisse Dauer des Iran-Kriegs, die resultierenden volatilen Energiepreise, potenzielle Störungen globaler Wertschöpfungsketten und eine weiterhin unsichere Zoll- und Handelspolitik sowie innenpolitische Entscheidungen bremsen den wirtschaftlichen Handlungsspielraum und erhöhen die Prognoserisiken erheblich. Die prognostizierte mittelfristige industrielle Leistungsfähigkeit Deutschlands fällt schwächer aus als erwartet.
Im Überblick
Aktuelle Prognosen für 2026 und 2027:
Die Frühjahrsprognosen rechnen mit einer Veränderung des Bruttoinlandsprodukts für 2026 von 0,6 % (Bundesbank & Gemeinschaftsdiagnose, kalenderbereinigt) bis 1,0 % (DIW). Der Median, der alle Prognosen umfasst, liegt bei 0,8 %. Die Aussichten für 2027 sind mit 2 1,35 % etwas positiver. Die Institute schwanken von 0,9 % (Gemeinschaftsdiagnose) bis 1,6 % (IMK).
Die Verbraucherpreise im Jahr 2026 sollen im Median um 2,4 % steigen. Für das Folgejahr 2027 wird ein Anstieg im Median von 2,1 % prognostiziert. Die Produktivitätsentwicklung gemessen am BIP je Erwerbstätigenstunde soll im Median im laufenden Jahr 2026 um 0,4 % und in 2027 um 0,65 % steigen.
Entwicklung weiterer volkswirtschaftlicher Indikatoren:
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer sank im März 2026 leicht auf 99,4 Punkte, liegt damit leicht unter der neutralen Marke von 100.
Ein Beschäftigungswachstum wird für 2026 nicht erwartet. Die Exporterwartungen des Verarbeitenden Gewerbes haben sich im Februar 2026 leicht verbessert, befinden sich im März aber wieder im negativen Bereich.
Das ifo Geschäftsklima zeigt weiterhin leicht verschlechterte Geschäftserwartungen, die Erwartungen trübten sich merklich ein.
Die Zahl der Insolvenzen hat im Vergleich zu Dezember 2025 leicht verringert, jedoch im Vergleich zu März 2025 leicht erhöht.
Die Tarif- und Bruttostundenverdienste steigen weiter, für April wird ein schlechteres Konsumklima bei -28,0 Punkten erwartet.