Steuer- und Abgabenlast in Deutschland

OECD-Vergleich

OECD-Vergleich: Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland

Die OECD hat ihren jährlichen Bericht „Taxing Wages 2026“ mit Daten bis zum Jahr 2025 veröffentlicht. Der Bericht vergleicht die Belastung des Faktors Arbeit durch Einkommens- bzw. Lohnsteuer und Sozialabgaben in allen OECD-Mitgliedstaaten.

Der Abgabenkeil zwischen Arbeitskosten und Nettoeinkommen ist in Deutschland 2025 noch einmal gestiegen und liegt jetzt bei 49,3 %. Damit hat Deutschland im OECD-Vergleich weiterhin hinter Belgien die höchste Abgabenbelastung. Verglichen wird dabei jeweils der Abgabenkeil, also die Summe aus Steuern und Sozialabgaben des Arbeitnehmers sowie Sozialabgaben, die der Arbeitgeber für seinen Arbeitnehmer zu leisten hat. In dem Bericht werden neben der Belastung eines alleinstehenden Arbeitnehmers mit Durchschnittseinkommen auch weitere Haushaltstypen betrachtet.

Im Einzelnen

Deutschland hat OECD-weit mit 49,3 % den zweithöchsten Abgabenkeil zwischen Arbeitskosten und Nettoeinkommen. Eine um 3,2 Prozentpunkte höhere Steuer- und Abgabenbelastung konnte nur in Belgien festgestellt werden. Im gesamten OECD-Durchschnitt lag der Abgabenkeil eines alleinstehenden Durchschnittsverdieners bei 35,1 %. Im Vergleich zu 2024 ist der Abgabenkeil OECD-weit insgesamt um 0,15 Prozentpunkte gestiegen. Der Anstieg in Deutschland 2025 gegenüber dem Vorjahr liegt bei 1,34 Prozentpunkten und ist damit einer der stärksten Zuwächse im OECD-Vergleich. Für andere Haushaltstypen lässt sich in Deutschland ein kleinerer Abgabenkeil feststellen, jedoch liegen selbst diese entlasteten Haushalte mit 6,7 bis 18 Prozentpunkten über dem OECD-Durchschnitt für vergleichbare Haushaltstypen.

Deutschland entlastet Familien, aber im OECD-Vergleich zu wenig: Die Steuererleichterungen dämpfen den Abgabenkeil spürbar, kompensieren das hohe Grundniveau jedoch nicht und heben ihn auch nicht auf ein wettbewerbsfähiges Niveau.

Bei isolierter Betrachtung der Steuer- und Abgabenbelastung der Arbeitnehmer liegt Deutschland 2025 mit einer Belastung von 38,7 % deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 25,1 %.

Gleichzeitig stiegen die Reallöhne 2025 klar positiv und kehrten nach den inflationsbedingten Verlusten der Vorjahre auf einen moderaten Wachstumspfad zurück. Der reale Nettolohn (nach Steuern und Abgaben) stieg ebenfalls, da der Reallohnzuwachs die höhere Abgabenbelastung überkompensierte. Damit liegt Deutschland im OECD-Vergleich im Mittelfeld und inflationsbedingte Reallohnverluste aus vergangenen Jahren wurden zum Teil aufgeholt.

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